• Osterdeko © Pixabay
  • Ostereier © Sharon Mc Cutcheon on Unsplash
  • Blumen © Anna Tukhfatullina Food PhotographerStylist on Unsplash
  • Feuerwerk zur Sonnenwende vor dem Stift Melk

Brauchtum aus den Donauregionen

Lebendiges Brauchtum und traditionelle Feste im Jahresreigen

In den Orten und Regionen entlang der Donau in Niederösterreich wird das Thema Brauchtum hoch gehalten. Traditionelle Feste wie die Sonnwendfeiern in der Wachau und im Nibelungengau oder Erntedankfeste werden gemeinsam gefeiert, andere Bräuche wiederum finden sich in beinahe jedem Haushalt und gehen auf spannende Geschichten aus den vorigen Jahrhunderten zurück.

Hier finden Sie traditionelle Bräuche aus der Region und die Geschichten dahinter. Wer noch mehr über bestimmte Brauchtümer erfahren möchte, dem empfehlen wir die Website der Volkskultur NÖ.

Aktueller Tipp: Ostern

Osterdeko © Pixabay

Warum wechselt der Oster-Termin jährlich?
Gemeinsam mit Weihnachten gehört das Osterfest in Österreich zu den größten Feierlichkeiten im Jahr. Einen wesentlichen Unterschied hat Ostern jedoch zum Weihnachtsfest. Während Weihnachten jedes Jahr am 24. Dezember gefeiert wird, richtet sich das Osterwochenende nach dem Mond. Ostern wird nämlich immer am ersten Sonntag gefeiert, der nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Die Bischöfe haben dies auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 nach Christus festgelegt. Der Ostersonntag kann somit frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April fallen. Heuer feiern wir den Ostersonntag deshalb am 4. April.

Und für alle, die einen Ausblick auf Pfingsten wagen möchten: Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und liegt somit immer zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin).

Palmbuschen binden


Am Palmsonntag, dem sechsten und letzten Sonntag der Fastenzeit, beginnt die Karwoche. Für diesen Tag werden bunte Palmbuschen gebunden, je nach Region mit durchaus unterschiedlichen Naturmaterialien. Was aber nie fehlen darf, sind die Zweige der Weide mit ihren samtenen Kätzchen. Weiden gehören im Frühling zu den ersten Bäumen und Sträuchern, die blühen. Die bunt geschmückten Palmbuschen symbolisieren die Palmwedel beim biblischen Einzug Jesu in Jerusalem. Die am Palmsonntag geweihten Palmbuschen oder Zweige sollen die Häuser und ihre Bewohner schützen.

Ostereier © Sharon Mc Cutcheon on Unsplash

Ostereier färben und verschenken


Das Färben von Ostereiern ist einer der am weitesten verbreiteten Osterbräuche. Das Ei gilt in vielen Kulturen als Symbol für die Auferstehung oder Wiedergeburt, da aus dem Ei neues Leben schlüpft. Bereits im alten Rom und bei den Griechen wurden im Frühjahr Eier verziert und in den Tempeln hingen bunte Eier als Dekoration. Der Osterbrauch des Ostereier Verschenkens kommt in unseren Breiten aus dem Mittelalter. Abgaben an den Lehnsherrn, an seine Lehrer oder Kirchenväter wurden in Eiern ausgezahlt, denn die Eier galten als sehr kostbares Gut. Übrigens: Da sie während der Fastenzeit nach christlicher Tradition nicht gegessen werden durften, wurden die Eier gekocht, die in den 40 Tagen von Beginn bis zum Ende der Fastenzeit gelegt wurden. So waren sie länger haltbar. Bunt gefärbt oder bemalt wurden sie dann, um sie von den rohen Eiern unterscheiden zu können. Am Ostersonntag durften die bunten Eier dann genüsslich verspeist oder an die Liebsten verschenkt werden. Und das ist auch heute noch so.

Maibaum


Das wohl markanteste Zeichen des Monats Mai ist vielerorts der Maibaum. Die heute meist zwischen 20 und 30 Meter hohen geschmückten Bäume sind ein Zeichen des Lebens und stehen für Wachstum, Fruchtbarkeit und Standhaftigkeit. Diesen Brauch dürfte es vor dem Mittelalter aber noch nicht gegeben haben. Der Maibaum ist in fast jeder Gemeinde in Niederösterreich an einem zentralen Platz ab dem 1. Mai zu sehen. Oberhalb des geschälten und entasteten Stammes ist ein grüner Wipfel angebracht und zwei oder drei Kränze aus Reisig, die mit bunten Bändern geschmückt sind, hängen an seiner Spitze. Mancherorts finden am 1. Mai große Dorf- oder Stadtfeste statt. Im Rahmen dieser Feiern können sich beim Maibaum-Kraxeln die Jugendlichen in Kletterwettkämpfen messen. 

 

 

Barbarazweig, Kirschblüte in einer Vase

Barbarazweige


Am Festtag der heiligen Barbara, dem 4. Dezember,  schneidet man traditionellerweise Zweige von Obstbäumen, bevorzugt von Kirschbäumen, und stellt sie in einer Vase mit Wasser auf ein Fensterbrett. Glückbringend sind dann die Knospen und Blüten, wenn sie um den Heiligen Abend auf den Barbarazweigen aufblühen.
Tipp: Falls es vor dem 4. Dezember noch keinen Frost hatte, dann sollte man die Zweige vor dem Einwässern über Nacht in das Gefrierfach legen, dann blühen sie auch wirklich auf.

Weizen © by Nadine Redlich on Unsplash

Luzia und der Weizen


Lange galt die Nacht des 13. Dezembers als die längste Nacht des Jahres (vor der Gregorianischen Kalenderreform 1582). Das erklärt, warum der 13. Dezember Luzia, der Lichtvollen, geweiht war. Am Luzientag mit Erde und Wasser in einem Teller ausgesäter Weizen erreicht bis Weihnachten eine Höhe von zirka 20 Zentimeter. Aus dem Wachstum diese Saat schloss man früher auf das kommende Jahr: ein Orakel, das sich zu Hause leicht ausprobieren lässt und einfach auch "nur" dekorativ ist.

 

 

Impressionen aus der niederösterreichischen Donauregion

Wussten Sie?

... dass das Abbrennen von Sonnwendfeuern in der Donauregion Niederösterreichs vor mehr als 400 Jahren erstmals urkundlich registriert wurde?
Der Brauch wurde in der Wachau wie kaum anderswo gepflegt und erhalten.

Vom Sonnenkult zum stimmungsvollen Fest
Über die Wurzeln der bis heute in vielen Ländern Europas verbreiteten Sonnwendfeiern gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse und zahllose Theorien. Ob es sich - wie von den meisten Forschern angenommen - tatsächlich um die Reste eines archaischen Sonnenkults von Kelten, Slawen und Germanen handelt, ist weder zu beweisen noch zu widerlegen. 

Die ältesten durch Quellen nachgewiesenen Sonnwendfeiern in Niederösterreich fanden 1604 in Rosenburg am Kamp und 1609 in Klosterneuburg statt. Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts sind sie in großer Zahl für fast das ganze Land belegt. Am ausgiebigsten gefeiert wurde in der Wachau und im Nibelungengau.

In der Zeit der Aufklärung für ungefähr ein Jahrhundert verboten, kamen die Feiern erst wieder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf und entwickelten sich zu ausgelassenen Volksfesten. 

Um dieselbe Zeit gelangten die Sonnwendfeiern in der Wachau durch Reiseberichte von Schriftstellern und Journalisten erstmals zu beachtlicher internationaler Bekanntheit. Besonders beeindruckt hat die zeitgenössischen Besucher dabei offenbar vor allem der vieltausendfache Glanz der Lichter, die auf winzigen Booten die Donau hinabgeschickt wurden. Wie sehr sie dabei ins poetische Schwärmen gerieten, kann entweder in den Archiven nachgelesen oder demnächst direkt vor Ort nachempfunden werden. Schön authentisch und authentisch schön.
Infos zu den nächsten Sonnenwende-Terminen