Filmvorführung: Amadeus
| Begleitprogram zur Aufführung von Mozarts Gran Partita im Klangraum Krems Minoritenkirche.
Festival Imago Dei 2026
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6. April
Miloš Formans Amadeus war einer der erfolgreichsten Filme der 80er Jahre und wurde mit nicht weniger als acht Oscars überhäuft. Der 2018 verstorbene Erfolgsregisseur schildert am Beispiel der Rivalität zwischen dem damals berühmten Hofkomponisten Antonio Salieri und seinem genialen Musikerkollegen Wolfgang Amadeus Mozart den Kampf der gutbürgerlichen Mittelmäßigkeit gegen die göttliche Gnade der Genialität.
Vor diesem Hintergrund entfaltet Miloš Forman einen prunkvollen Kostümfilm, der hemmungslos in Dekor und Farben, besonders aber in Musik und Gesang schwelgt.
Miloš Forman erzählt seine Geschichte ohne Rücksicht auf historische Fakten und inszeniert Mozart als Pop-Star des späten 18. Jahrhunderts, als einen kindischen Geck und Anarchisten, der sein Genie gegen das Establishment richtet.
Die Kraft der Poesie inspiriert Imago Dei 2026. Sie wird in den Tangotexten des Duos Piano Canción aus Argentinien spürbar und leuchtet aus dem Karfreitags-Programm des korsischen Ensembles A Filetta. Berührende mittelalterliche Grabsprüche aus Bosnien prägen das Programm „Heretical Angels“. Ein Essay über die Melancholie aus dem England der Renaissance begleitet „Lachrimae“ von John Dowland, interpretiert vom verzaubernden Klang des Blockflötenquintetts Element of Prime. Das Ensemble ist auch bei unserem Kinderkonzert im Einsatz. Das mitreißende Solo-Programm der Koto-Spielerin Karin Nakagawa wird durch Worte aus dem Japan des 13. Jahrhunderts ergänzt.
Ingeborg Bachmann, deren Geburtstag sich 2026 zum 100. Mal jährt, wird im Laufe des Festivals mehrmals zu Wort kommen. So liegt eine ihrer Geschichten an der Basis der Uraufführung von „Frühling. Leeres Land.“, einem musikalischen Szenario in außergewöhnlicher Besetzung. Bachmanns Text „Ein Blatt für Mozart“ wird zur Gran Partita, der abendfüllenden Serenade zum Festivalabschluss, zu hören sein. Auf den Film „Amadeus“ folgt Mozart live, gespielt vom L’Orfeo Bläserensemble mit 13 Instrumenten.
Nur Mandoline und Stimme genügen hingegen dem gefeierten Singer-Songwriter Chris Thile, um unvergleichliche Lyrics und Sounds zu entfalten. In Lesungen und Konzerteinführungen sind die Schauspieler:innen Dörte Lyssewski, Markus Meyer sowie Studierende der Musik und Privatuniversität der Stadt Wien, weiters der Diplomat Valentin Inzko und der Musiker Ernst Molden zu Gast. Zur Eröffnung wird der Klangraum auch zum Lichtraum. Bei der Uraufführung von „apsu“ gesellt sich die Videokunst von Lillevan als vierte Stimme zum Trio Brot & Sterne. An diesem ersten Abend von Imago Dei erklingt auch eine weitere große dichterische Stimme Österreichs: Julian Schutting verfasst für Imago Die einen neuen Text zu den Themen Wasser und Vergänglichkeit.