Was eine Brücke erzählt
Vielleicht sollte man es sich vor Augen halten, wenn man flott über die Mauterner Brücke fährt oder wandert: Diese Stelle wurde schon in der römischen Antike genutzt, um die Donau zu überqueren. Nach dem „Brückenprivileg“ von 1463 ging die Verpflichtung zur Erhaltung der Brücke an Mautern, die Hälfte der Mauteinnahmen an den Herrscher. Ende des 19. Jhdts. wurde die „Kettenschifffahrt“ nach Linz eingeführt und mit ihr größere Kähne: Nach einem Unfall brauchte es ein breiteres Brückenfeld aus Eisen.
1895 endlich konnte die neue, größer dimensionierte Kaiser Franz Joseph-Brücke eröffnet werden. 50 Jahre später hat sie die Deutsche Wehrmacht gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt. Unter Sowjetischer Aufsicht haben deutsche Kriegsgefangene die beiden südlichen Brückenfelder in nur 60 Tagen neu errichtet.
Mit ihrer langen und turbulenten Geschichte zeigt sich die Mauterner Brücke den heutigen Anforderungen an den Verkehr nur noch bedingt gewachsen. Das einmalige „Brückenbild“ bei Mautern soll jedenfalls erhalten bleiben: Bis 2028 ist eine aufwändige Sanierung geplant.
Hätten Sie das gedacht?
Nach Wien war Mautern 1463 die zweite Brücke im heutigen Österreich, die einen per „Privilegium“ gesicherten Übergang über die Donau bot.