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Welterbe Wachau

Außergewöhnliches erleben. Welterbe Wachau.

Außergewöhnlich. Die Wachau ist einfach ein ganz besonderer Platz. Das spürt man ab dem ersten Moment – wenn man hier entlangradelt, den Blick über die Donau und die Weinberge schweifen lässt oder durch die mittelalterlichen Gassen spaziert. Seit dem Jahr 2000 ist es offiziell: Die Wachau ist Teil des UNESCO-Welterbes – die höchste Auszeichnung, die eine Kultur- und Naturstätte weltweit erreichen kann. Dass es dazu kam, war nicht selbstverständlich. Das verdankt die Region engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen ein geplantes Donaukraftwerk wehrten. Aber dazu später. Es braucht noch eine Begriffsklärung: Was ist das Welterbe Wachau eigentlich?

Das Welterbe Wachau – das sind fünfzehn Welterbegemeinden an beiden Ufern der Donau. Die Stadt Melk mit ihrem imposanten Stift Melk markiert im Westen den Beginn. Im Osten ist es die Kulturstadt Krems an der Donau mit ihrer beeindruckenden Altstadt und der Kunstmeile Krems. Dazwischen liegt eine der schönsten Kulturlandschaften Europas – mit mittelalterlich geprägten Dörfern, Marillengärten und steilen Weinterrassen, die von hunderten Kilometern Trockensteinmauern gehalten werden. Bis heute werden die Steinmauern händisch gebaut – ein Handwerk, das Teil des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO ist. Die Donau verbindet alles – knapp 40 Flusskilometer sind es von Melk nach Krems. Der Donauradweg führt am rechten und am linken Ufer entlang, und wer wechseln will, nimmt am besten die Rollfähre.
 

Genussmenschen aufgepasst

Die Produkte dieser beeindruckenden Landschaft landen im Glas und am Teller: Weißweine von Weltruf, klassische und moderne Gerichte – beim urigen Heurigen genauso wie im Haubenlokal. In der Wachau findet jeder seinen Platz – und mit Blick aufs Wasser schmeckt’s noch besser. Gerade im Sommer, wenn die frischen Wachauer Marillen Saison haben. Dann darf man die Gegend nicht verlassen, ohne zumindest einen Marillenknödel probiert zu haben.

Der Weg zum UNESCO Welterbe

Die Donau fließt in gemütlichem Tempo durch die Wachau – sie ist einer von nur zwei Abschnitten in Niederösterreich, wo sie das frei tun kann. Geplant war in den 1970er-Jahren eigentlich der Bau eines Donaukraftwerks bei Rossatz – samt meterhohen Staumauern. Das wurde 1983 schließlich endgültig verhindert und die Wachau konzentrierte sich auf den Schutz ihrer besonderen Kulturlandschaft. Ein Weg, der 1994 mit dem Europadiplom ausgezeichnet wurde und im Jahr 2000 schließlich mit dem UNESCO-Welterbe-Titel.

Sorgfältig kuratiert: Wanderwege & Welterbe Spots

Nicht umsonst heißt der wichtigste Wanderweg der Region Welterbesteig Wachau: Er führt auf 180 Kilometern durch die gesamte Welterberegion – 14 Etappen bieten dabei unterschiedlichste Eindrücke. Man wandert durch mittelalterliche Gassen, hinauf in die Weinberge, vorbei an Lesehöfen, Kirchen und Burgen – einzigartige Ausblicke inklusive. Besonders beeindruckende Objekte und Orte haben es dazu noch in die Welterbe-Spots geschafft: Das sind 50 sorgfältig kuratierte Plätze quer durch die ganze Wachau.

Wo Baukulturerbe gelebt wird

Die reiche Geschichte der Region lässt sich an den Fassaden der historischen Häuser ablesen – viele waren mit Klöstern und Stiften eng verbunden. Oft in Pastelltönen gehalten, fügen sich die einstigen Lesehöfe bis heute harmonisch aneinander. Baukulturerbe, in dem auch heute gelebt, gearbeitet und Wein gemacht wird – damit ist die Wachau alles andere als Kulisse, sondern Lebensraum für Generationen. Diesen sanft weiterzuentwickeln, das ist die Aufgabe des Vereins Welterbegemeinden Wachau. Hier laufen die Fäden zusammen – zum Beispiel bei Projekten wie Kirchen am Fluss, wo man mehr über die teils versteckten Sakralbauten der Wachau erfährt. Aber auch Naturschutz wird großgeschrieben. Die Renaturierung der Donau wird in vielen kleinen Abschnitten vorangetrieben – zum Beispiel in der Pritzenau bei Rossatz.

Wo Schafe Rasen mähen

Wer Schafe in der Wachau sichtet, ist wahrscheinlich in der Nähe der Trockenrasen – ein wichtiger Teil der Wachauer Kulturlandschaft und Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tiere und Pflanzen. Die Schafe übernehmen im Sommer einen Teil der Landschaftspflege – gemeinsam mit den Wachau Volunteers. Das sind freiwillige Helferinnen und Helfer, die aus allen Ecken der Welt in die Wachau kommen. Auch, um beim „Ringeln“ von nicht heimischen Gehölzen zu helfen. So wird die Ausbreitung von Neophyten wie dem Götterbaum eingeschränkt.

Inmitten blühender Marillenbäume entfaltet sich ein zauberhaftes Frühlingspanorama. Die zarten weißen Blüten strahlen im Sonnenlicht und laden dazu ein, die frische Luft und die Schönheit der Natur zu genießen. Ein Ort der Ruhe und Inspiration, ideal für einen unvergesslichen Ausflug.
©© Robert Herbst

Wachauer Marillenblüte

Mit Bahn & Bus zur Marillenblüte

Viele Nachhaltigkeitsprojekte im Welterbe Wachau haben auch für Gäste direkte Vorteile – die Wachauer Marillenblüte zum Beispiel. Die bietet an den Wochenenden, an denen die Marillenbäume in Vollblüte stehen, ein vergünstigtes Tagesticket für den öffentlichen Verkehr.
Von der Marille bis zum Wein, von der einzigartigen Landschaft bis zu den Kunst- und Kulturschätzen: Das Welterbe Wachau ist alles außer gewöhnlich. Eine Region für Menschen, die etwas Besonderes erleben wollen.
 

Das Management der UNESCO Welterberegion Wachau

Bereits seit der Eintragung im Jahr 2000 arbeiten die regionalen Vereine der Wachau gemeinsam mit ihren vielen Netzwerkpartnern für den Schutz und die Entwicklung des UNESCO-Welterbes Wachau. Dazu wurde der Verein Welterbegemeinden Wachau mit dem Sitz in Spitz gegründet. Das Ziel ist es, sich mit dem Schutz UND der Entwicklung der Welterberegion zu befassen und einen wichtigen Teil ihrer Ressourcen in die gemeinsame Entwicklung von Projekten im Sinn des Welterbes zu investieren.