Ein bisschen verrückt ist völlig normal
Und wieder wechseln wir das Ufer, bewegen uns auf der Donau-Südseite stromaufwärts, passieren das sandfarben leuchtende Stift Göttweig sowie die Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes und sehen zu, wie die von Steinmauern durchzogenen Weinhänge steiler werden.
Wirtschaftlich geprägt wurde die Gegend lange Zeit von der Schifffahrt. Noch heute erinnern hölzerne Figuren an die entsprechenden Schutzpatrone. Salz, Gewürze und Wein wurden flussaufwärts bis ins bayerische Freising verschickt, im Austausch unter anderem gegen Bier. Dass sich ein Winzer jetzt dessen Herstellung verschreibt, mutet mehr als ungewöhnlich an. Von Widerständen hat Christoph Hoch sich noch nie unterkriegen lassen, damals nicht, als er, entgegen des großväterlichen Rats, von Stahl- auf Holzfässer und von herkömmlicher Bewirtschaftung auf Unterstockbegrünung umgestiegen ist – etwas, das heute, zehn Jahre später, „alle machen“, wie Christoph nicht ohne Stolz bemerkt –, auch nicht, als er für die Prinzipien der Biodynamik bloß Unverständnis erntete. In seinen eigenen Worten: „Obwohl ich mir wieder und wieder die Zähne ausgebissen habe, blieb mein emotionaler Motor nicht stehen.“ Große Weine zu machen war stets sein Ziel, die Gärten rund um seinen Heimatort Hollenburg liefern die nötigen Voraussetzungen. Große Weine heißt in seinem Fall: Schaumweine in Champagnermanier. Jetzt also zusätzlich Bier, und zwar ebenfalls auf ungewöhnliche Art, getreu jenem Satz, der an Christophs Wohnhaus steht: Ein bisschen verrückt ist völlig normal.