• Außenaufnahme von römischen Häusern aus Stein.
    ©© Pamela Schmatz

UNESCO Welterbe Donaulimes

Auf den Spuren römischer Zivilisation: Das Erbe am Strom

Über vier Jahrhunderte lang prägte das Römische Reich die Donau als pulsierende Lebensader und strategische Grenze Mitteleuropas. Mit der Errichtung des Limes und der Eingliederung des einstigen keltischen Königreichs Noricum brachten die Römer weit mehr als militärische Präsenz: Sie legten den Grundstein für eine hoch entwickelte Lebenskultur, von der visionären Architektur über die Kunst der Thermen bis hin zur Wiege unserer heutigen Weinkultur. Heute laden die authentischen Spuren entlang der niederösterreichischen Donauregion dazu ein, dieses tiefe historische Fundament neu zu entdecken und die kulturellen Wurzeln unserer Region in ihrer ganzen Beständigkeit bewusst zu erleben. Seit 2021 ist der Donaulimes Teil des UNESCO Welterbes.

Der Donaulimes: Grenze, Begegnungsraum und Welterbe

Über Jahrhunderte markierte der Limes weit mehr als eine bloße Demarkationslinie zwischen dem Römischen Reich und den Stammesgebieten Germaniens; er war ein Raum des kulturellen Austauschs und ein Symbol antiker Ordnung. Während die Donau als natürliche Barriere den Rahmen vorgab, schufen die Römer durch ein präzises Netzwerk aus Legionslagern und Wachtürmen ein Fundament für Stabilität und einen geregelten Warentransfer, der weit über militärische Aspekte hinausging.

Dieses beeindruckende Verteidigungssystem, das sich von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer erstreckte, findet in den österreichischen Flusslandschaften seine steinerne Entsprechung. Besonders hervorzuheben ist dabei Carnuntum: Als einstige Hauptstadt der Provinz Oberpannonien entwickelte sich dieser Ort zu einer kosmopolitischen Weltstadt. Heute laden die freigelegten Strukturen dazu ein, in die tiefe Geschichte einer antiken Metropole einzutauchen und das faszinierende Spannungsfeld zwischen imperialer Macht und zivilem Leben nachzuspüren.

Drei Weingläser mit Rotwein stoßen an, zu sehen sind nur die Hände.
©© Donau Niederösterreich/Barbara Esler

Die Erfindung des "Gspritzten"

Wein wurde nur selten pur genossen; dies galt nämlich als Zeichen des Säufertums. Vielmehr haben die Römer den "Gspritzten" - wie es auf gut Österreichisch heißt - erfunden. Das Mischungsverhältnis zwischen Wein und Wasser schwankte je nach Vorliebe oder Wirt. An heißen Tagen war eisgekühlter Wein besonders beliebt, in kalten Nächten delektierte man sich an Glühwein.

Weinbau gibt es in der Wachau seit den Kelten. Die erste urkundliche Erwähnung fällt unter die Zeit des Hl. Severin und der Römer um 470 n Chr. Die Römer verstanden sich auf die Kunst der Veredelung und förderten die Kultivierung von Rebstöcken am Limes, nachdem das Weinbauverbot des Kaisers Domitian in den nördlichen Provinzen aufgehoben wurde.

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