Neben der Traube ist die Marille DIE Paradefrucht in der Wachau. Hier – zwischen Pannonischem Becken, dem Waldviertel und der Donau – herrscht ein für die Marille so wichtiges Kleinklima. Sonnig-warme Tage, kühle Nächte sowie spezielle Böden liefern ein einzigartiges Aromenspiel. Süß und mit feiner Fruchtsäure, lässt sich die Marille in der Küche auf vielfältige Weise einsetzen.
Gerade mal 44 Kalorien sind in 100 Gramm Marillen (etwa zwei Stück) enthalten, davon rund acht Prozent Kohlenhydrate und fast kein Fett – etwa nur 0,1 Prozent. Doch was die Mineral- und Balaststoffe anbelangt, kann es die Marille mit jedem anderen Obst aufnehmen. Kalzium und sehr viel Kalium, Eisen, Phosphor, Vitamin C und B5, Provitamin A, Niacin und Folsäure machen das süße Früchtchen zu einem Schwergewicht in Sachen Gesundheit.
Entwicklung der Wachauer Marillen
Die Wachauer Marillen entwickeln sich derzeit ausgezeichnet. Die Früchte sind bereits auf einen Durchmesser von etwa 2 bis 3 cm herangewachsen und versprechen eine gute Ernte.
Das kühle Wetter während der Blütezeit konnte den Marillen nichts anhaben. Auch die Trockenheit der vergangenen Wochen hatte dank gezielter Bewässerung in vielen Marillengärten keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Früchte.
Die Ernteaussichten für dieses Jahr sind daher sehr erfreulich. Wenn die Witterung weiterhin mitspielt, kann im Juli mit der Marillenernte gerechnet werden.
Wer die Entwicklung der Wachauer Marillen laufend mitverfolgen möchte, bleibt mit der Webcam jederzeit auf dem neuesten Stand.
Mit dem EU-Logo „geschützte Ursprungsbezeichnung“ und der Marke „Original Wachauer Marille“ garantieren 220 Wachauer Marillenbauern dem Konsumenten die Echtheit der Herkunft und die einzigartige Aroma- und Geschmacksqualität der Wachauer Marille g.U.
Geerntet werden die vollreifen Früchte in sorgfältiger Handarbeit mit dem Wachauer Marillenzistel, dem traditionellen Pflückkorb für die Marille. Durch seine schmale und spitz nach unten zusammenlaufende Form kann mit dem Zistel einfacher in den hohen Bäumen geerntet werden, und der Druck auf die unten im Pflückkorb liegenden Marillen wird dadurch nicht zu groß.
Die Ursprünge der Marille reichen bis nach China zurück, wo sie bereits vor mehr als 4.000 Jahren kultiviert wurde. Von dort verbreitete sie sich über Zentralasien und den Donauraum nach Europa. Neuere Forschungsergebnisse gehen davon aus, dass die Marille nicht erst durch die Römer, sondern bereits früher entlang des Donaulaufs in die heutigen Donauländer gelangte.
Auch im Gebiet der Wachau hat der Obstbau eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Die besonderen klimatischen Bedingungen und die jahrhundertelange Erfahrung der Obstbauern machen die Wachau heute zu einem der bekanntesten Marillengebiete Europas.
Die „Wachauer Marille“ ist eine geschützte Marke und steht für höchste Qualität sowie ihre einzigartige Herkunft aus der Wachau.
Marillengärten zu Fuß entdecken
Unter dem Namen "Marillenmeile" gibt es in Rossatz-Arnsdorf, Österreichs größter Marillenanbau-Gemeinde, insgesamt sieben Wanderwege, die durch Marillengärten und bei Marillenanbaubetrieben vorbeiführen. Der Marillen-Erlebnisweg in Krems-Angern lädt dazu ein, mehr über die Tiere im Marillengarten, die Baumblüte und die Arbeit im Marillengarten zu erfahren.
Die Qualität der Wachauer Marille lebt von der Leidenschaft ihrer Produzenten. Betriebe wie der Marillenhof Aufreiter, die Marillendestillerien Bailoni und Hellerschmid und die Manufaktur Wieser Wachau veredeln die goldene Frucht mit größter Sorgfalt. Sie stehen für traditionelle Handwerkskunst und die Herstellung feinster Produkte – von edlen Bränden bis zu köstlichen Marmeladen.