Das David schon probiert?
Die Brotbackmischungen aus Urgetreide sind ganz besondere Mitbringsel aus der Welterberegion Wachau. Zu Besuch bei Nadine und Bernhard Gartner auf ihrem Urgetreidehof in Schönbühel.
Die Brotbackmischungen aus Urgetreide sind ganz besondere Mitbringsel aus der Welterberegion Wachau. Zu Besuch bei Nadine und Bernhard Gartner auf ihrem Urgetreidehof in Schönbühel.
Gleich neben dem Esstisch hängt die große Österreich-Karte mit den 800 roten Stecknadeln. „Jede Postleitzahl, wohin wir schon verschickt haben, bekommt so eine“, erklären die Gartners stolz. Nadine und Bernhard. Ein Paar, das vor zehn Jahren beschlossen hat, die früheren Berufe an den Nagel zu hängen und gemeinsam eine Landwirtschaft aufzubauen. Die erste Generation, die Urgetreide anbaut, sind sie jetzt hier am Hof: „Irgendwer muss anfangen, oder?“
Emmer, Urdinkel, Waldstaudenroggen und Nackthafer – das sind die vier Sorten, die Nadine und Bernhard Gartner heute auf ihrem Urgetreidehof anbauen. Man kann das Getreide im Ganzen kaufen, als Mehl oder in Form von Teigwaren und Backmischungen, aber dazu später.
Starten wir am Anfang der Geschichte. Mit einem Feld Emmer hat sie begonnen. „Und die erste Ernte hat gleich erstaunlich gut funktioniert, was uns sehr motiviert hat“, erzählt Bernhard Gartner. Viele weitere Felder sind im Laufe der letzten zehn Jahre dazugekommen. Das Haus der Gartners und ihr Hofladen liegen mittendrin – in Schönbühel in der Welterberegion Wachau. Hier oben am Hof fühlt sich die Welt ein bisschen anders an. Ruhiger, reduzierter. „Und es weht immer ein leichtes Lüfterl, perfekt für den Anbau von Getreide“, erklärt Bernhard. Im Schatten der großen Birnbäume neben dem Hof gehen die Hühner auf Entdeckungsreise. Zwischen den Getreidefeldern bauen die Gartners noch Erdäpfel an – Sorten wie Emanuelle, Goldmarie, Anuschka. Daneben: Melonen, Zucchini, Melanzani, aber die nur für den Eigenbedarf.
Der Anfang war schon crazy. Aber jetzt könnten wir es uns nicht anders vorstellen
Wenn Landwirtschaft, dann bio. Das war Nadine und Bernhard Gartner immer klar. „Du kannst zwar strikte Pläne machen, letztendlich musst du aber auf die Natur hören“, finden die beiden. So kommen ihre Pflanzen selbst gut durch sehr trockene Jahre wie 2026. Geerntet wird immer im Juli. „Dann beginnt für uns auch schon Weihnachten“, lacht Nadine Gartner. Die Produkte des Urgetreidehofs sind beliebte Geschenke. Also füllen sie ab: Backmischung für Backmischung für Backmischung. David, Elias, Theresa & Co – die Brote sind nach den verschiedenen Familienmitgliedern benannt. „Das lieben die Leute und fragen immer nach neuen Broten“, so Nadine Gartner. Der Charakter der Brote passt zum jeweiligen Namensgeber. „Mein Vater liebt Nüsse, also war klar, dass unser Karl-Brot ein Nussbrot wird“, erzählt Bernhard Gartner. Und weil Nadines Uroma regelmäßig Striezel gebacken hat, heißt die dazugehörige Backmischung Rosa. Bernhard Gartner selbst war Namensgeber für die Feuerflecken-Mischung. Bauern-Wrap, sagen die Gartners dazu. Eben immer ein bissl anders, das passt zu den beiden – und kommt gut an.
Die Kundinnen und Kunden bestellen immer wieder, vor allem via Online-Shop. „Viele nützen unser Getreide als Ersatz für Weizen“, erklären die Gartners. Die Urgetreidesorten punkten nämlich nicht nur mit Geschmack, sondern auch mit vielen Nährstoffen und vergleichsweise wenig Gluten.
So wie die Gartners sind auch ihre Getreidesorten eigene Charaktere:
Die ganze Produktpalette der Gartners gibt’s im Online-Shop und im Hofladen in Schönbühel. Online findet man auch viele Rezepte, wie man die verschiedenen Getreidesorten zubereiten kann. „Emmer eignet sich toll für Salate – einfach mit dem Gemüse der Saison mischen und fertig“, empfiehlt Nadine Gartner. Auch zu Currys passt Emmer perfekt oder in regionale Risottos. Die landen auch in der heimischen Top-Gastronomie immer wieder auf der Speisekarte. Apropos – ins Landgasthaus Essl nach Rührsdorf in der Wachau liefern die Gartners genauso wie in das Hotel Donauhof und ins Schloss Luberegg nach Emmersdorf. Getreide, Mehl und Backmischungen kann man auch in ausgesuchten Selbstbedienungsläden kaufen wie Hofbauers Hofladen in Melk oder in der Frechen Biene in Mautern an der Donau.
Wer Lust hat, Urgetreide in flüssiger Form zu konsumieren, greift zum Urkornbier von Brauschneider im Kamptal. „Da steckt unser Emmer, Waldstaudenroggen und Urdinkel drin“, erklärt Bernhard Gartner. Weil eine gute kulinarische Adresse zur nächsten führt.
Welches Projekt am Urgetreidehof als nächstes ansteht? „Wir wollen unbedingt Belugalinsen anbauen, da starten wir bald wieder einen Versuch.“ Auch an neuen Geschenk-Sets arbeiten die beiden: Dann soll es zur Brotbackmischung auch die passende Bio-Marmelade geben oder zur Focaccia einen Bio-Hummus. Immer etwas Neues, hier in Schönbühel. Immer sehr herzlich bei den Gartners.
Zucchini züchten Nadine und Bernhard Gartner nur zum Spaß – und weil sie so schön bunt sind.