Die 57 Teiche neben der Donau

Zu Besuch in der Fischwerkstatt

Wer entlang der Donau reist, kommt an einem Thema nicht vorbei: Fisch ist hier in aller Munde. Geräuchert, gebraten, gebacken – das Grundprodukt kommt oft direkt aus der Region. Zum Beispiel aus der Fischwerkstatt in Wagram ob der Traisen. Die schauen wir uns genauer an – und servieren noch ein paar kulinarische Fisch-Adressen mehr obendrauf.

Tochter und Vater von der Fischwerkstatt posieren im Freien und blicken lächelnd in die Kamera.
©© Pamela Schmatz

16 Quellen. 57 Teiche.

Sieben Hektar Natur. Und mittendrin: Martin und Anna-Sophie Watz, Vater und Tochter – ein Teil der Familie, die hinter der Fischwerkstatt in Wagram ob der Traisen steht. Vom Donauradweg ist man in wenigen Minuten im dazugehörigen neuen Fischrestaurant – seit Juli 2026 ist offen. Immer freitags, samstags und sonntags. Da spielt Martin Watz auch sein gastronomisches Können aus: Eigentlich ist er Koch – mit Stationen im Hotel Sacher und InterContinental in Wien. Nach der Spitzengastronomie kam das eigene Wirtshaus in Mödling. Und 2023 eben die Fischzucht – die traditionsreiche Anlage hat er von seinem Vorgänger Johann Haimel übernommen. Seit dem Jahr 1861 werden hier entlang der Traisen Fische gezüchtet, das Wasser für die 57 Teiche füllt sich immer wieder von selbst durch das frische Grundwasser. „Bei uns wachsen die Fische sehr natürlich und langsam auf. Ohne zugesetzten Sauerstoff, ohne Antibiotika. Das hier ist eine reine Naturanlage“, erzählt Martin Watz. 

Wo die Fische gezüchtet werden

Wie in der Au fühlt man sich, wenn man durch die Fischzucht streift. Über kleine Stege, enge Wege – im Schatten der jahrzehntealten Weiden. Da müssen die Fische mit Netzen geschützt werden, damit die anderen tierischen Bewohner sie sich nicht holen: die Forellen, Saiblinge, Störe und Huchen. „Die Huchen sind wirklich sehr besondere und seltene Tiere“, erzählt der Fischzüchter. Auch in der Donau sind sie immer wieder zu finden, aber dazu später. Der Lieblingsfisch von Martin Watz ist die Forelle. Die isst er am liebsten im Ganzen gebraten, ganz klassisch. Ein Fixpunkt auf der Speisekarte in seinem Fischrestaurant. Aber auch Karpfen stehen hier auf der Karte, die wachsen genauso in der Fischzucht auf. In ihren Teichen sieht man nicht auf den Grund – im Gegensatz zu allen anderen Teichen, wo das Wasser glasklar ist. „Karpfen grundeln, sie durchwühlen den Boden nach Futter und wirbeln ihn damit auf“, liefert der Profi die Erklärung.

Tochter und Vater von der Fischwerkstatt posieren im Freien und blicken lächelnd in die Kamera.
©© Pamela Schmatz

„Mein Lieblingsfisch? Forelle, klassisch gebraten.“

Martin Watz

Delikatessen in der Fischgreisslerei

In die Bewirtschaftung der Teiche ist die ganze Familie eingebunden. „Sieben Tage die Woche, denn unsere Fische kann man nicht einfach allein lassen. Vieles ist bei uns Handarbeit.“ Das Reinigen der Netze und Filter, das Füttern, die kleinen Fische sortieren – macht Martin Watz alles selbst. Beim Räuchern hilft Schwiegersohn Kevin Spitzer. Und verarbeitet wird der Fisch von Andrea und Anna-Sophie Watz. Neben den Gerichten im Restaurant kann man bei Familie Watz nämlich auch Fisch-Delikatessen im Glas mitnehmen: vom geräucherten Kaviar über feines Tatar bis zu Fischsuppen und Aufstrichen. Filets gibt es geräuchert, gebeizt –– und natürlich frisch, genauso wie die Fische im Ganzen.

Mehrere Gläser mit Fischspezialitäten der Fisch-Greisslerei.
©© Pamela Schmatz

Tipp: Der Räucherfisch-Heurige jeden Freitagabend

Eine besondere Gelegenheit ist der Räucherfisch-Heurige jeden Freitag. Da holt Martin Watz die geräucherten Forellen und Saiblinge frisch aus dem Ofen – sie werden noch warm serviert und mit den Händen gegessen. „Ganz urig, so wie bei unseren Vorgängern.“ Weil das Einfache oft das Beste ist. Wer möchte, lässt sich seinen Grünen Veltliner aus dem historischen Weinlüfter ins Glas. „Uns macht es Spaß, die Leute mit diesen Retro-Details zu überraschen.“  

Die Fischwerkstatt ist ein Fixpunkt für alle, die gerne Fisch essen. Bei Weitem aber nicht die einzige Adresse entlang der Donau. Hier kommen noch mehr Tipps:

  • Restaurant Heinzle in Weißenkirchen in der Wachau: Auf die Donau schauen und feine Fischgerichte essen. Vor allem im Sommer ein Highlight! Viele sagen: die schönste Terrasse der Wachau.
  • Weingut Josef Fischer in Rossatz in der Wachau – der Seniorchef hört hier auf den Spitznamen Huchen-Pepi. Josef Fischer züchtet seit vielen Jahren Huchen, um sie unter anderem in der Donau anzusiedeln. Wer zum Weinkosten vorbeischaut, bekommt auf Wunsch jede Menge Infos dazu.
  • Humer’s Uferhaus: der Klassiker in Orth an der Donau. Mit tollem Gastgarten und durchgehend warmer Küche von Donnerstag bis Sonntag.