Gozzo, Fanny und Zwillinge
Von der Fußgängerzone herauf zum Hohen Markt mit dem dominanten Herkules-Brunnen: Geschäftiger Kremser Altstadt-Charme begleitet einen. Viel los war hier rund um den Wachtberg und den Galgenberg immer schon. „Fanny“ ist mit 36.000 Jahren sogar älter als die Venus von Willendorf: Ob ihrer grazilen Pirouetten-Pose hat man die Statuette (7,2 Zentimeter) nach einer berühmten österreichischen Tänzerin getauft. Oder die 32.000 Jahre alten „Zwillinge vom Wachtberg“: Ebenfalls bemerkenswert gut erhalten im Lössboden, hat diese Fundstelle einer paläolithischen Doppelbestattung international für Staunen gesorgt.
Vergleichsweise jung ist da die Gozzoburg, die den Hohen Markt zur Altstadt hin begrenzt. Ihre wechselvolle Geschichte beginnt im 13. Jahrhundert und beschäftigt Bauforscher:innen und Historiker:innen bis heute. Sie zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Gebäuden in österreichischen Innenstädten – und ihre Freskenzyklen zu den bemerkenswertesten nördlich der Alpen.
Hätten Sie das gedacht:
Ungeachtet ihrer teils massiven Erscheinung ist die Gozzoburg keine klassische Wehrburg. Vielmehr diente sie als Wohn- und Arbeits-Palais für einen vermögenden Kremser Bürger. Sein Name war – erraten! – Gozzo.