Obstgarten Kirchberg

Die Kakis von Kirchberg

Die pralle orange Frucht ist eine der Leitsorten der „Ersten Essbaren Gemeinde“ Kirchberg am Wagram. Ein Obstgarten, der jedem offensteht. Verkosten erwünscht!

Dieser Garten ist kein Garten. Nicht im klassischen Sinn. Willkommen in Kirchberg am Wagram, einer Gemeinde, die sich ganz der Obstvielfalt verschrieben hat. Über 300 verschiedene Arten können Sie im öffentlichen Raum bewundern – und beherzt zugreifen. Denn die „Essbare Gemeinde“ steht allen offen. Der Mastermind hinter dem Konzept heißt Sigi Tatschl. Wir haben mit ihm eine Runde durch die sympathische Gemeinde am Wagram gedreht. 

Los geht's: der Alchemistenpark

Der Alchemistenpark ist ein guter Ausgangspunkt oder ein spannendes Ziel einer Runde. Hier erlebt man die Kirchberger Obstvielfalt auf geballtem Raum – Kakis, Blauschotensträucher, Maibeeren, chinesische Datteln, rotfleischige Pfirsiche und so weiter. Die Pflanzraritäten sind Open Source. Das heißt: Sie dürfen von allen verkostet werden. Auch Samen kann man mitnehmen, um die Pflanzen zuhause weiterzuziehen. So kann jeder Teil des Projektes werden – und zur weltweiten Vielfalt an Obst- und Nusssorten beitragen.
 

Wann ist die beste Jahreszeit, um sich in Kirchberg umzusehen?

Man kann das ganze Jahr über viel entdecken. Viele Städterinnen und Städter kommen immer wieder, um zu sehen, was es Neues gibt. Ab Anfang Mai reifen die ersten Beeren. Im Sommer und Herbst sind die meisten Früchte reif. Im Dezember bis Jänner kann man den Apfeldorn frisch genießen.

Und es gilt: einfach zugreifen?

Ja, zugreifen ist sogar erwünscht. Ich habe die „Essbare Gemeinde“ so entwickelt, dass der öffentliche Raum zum Obstgarten von allen wird. Jeder und jede kann sich hier bedienen. Es ist übrigens sehr spannend zu beobachten, wie unterschiedlich manche damit umgehen. Es gibt Menschen, die das nützen, ja vielleicht sogar ausnützen. Und dann gibt es diejenigen, die eine gewisse Scheu haben zuzugreifen. Wie überall gilt: mit Maß und Ziel. Auch das kann man hier lernen.

©© Donau Niederösterreich / Friedl und Schmatz

Ein Obst-Tipp sind die Maulbeeren im Sommer! Aus ihnen kann man auch Säfte und Sirup machen. Warum nicht einmal Sekt-Maulbeere statt Sekt-Orange? 

Insider-Tipps von Sigi Tatschl, Initiator der „Essbaren Gemeinde“ Kirchberg am Wagram

Weiter zum Marktplatz & Kirchberger Naschmarkt

Die „Essbare Gemeinde“ ist an vielen Ecken spürbar. Am besten spaziert man vom Alchemistenpark über die Brücke Richtung Wagramhalle. Hier erwarten einen prächtige Kaki- und Feigenbäume – süße Snacks für Gäste und die Schülerinnen und Schüler, die hier am Platz Pause machen. Weiter geht’s zum Marktplatz, wo in vielen Beeten Obststräucher gepflanzt sind. In der Mitte findet samstags der Kirchberger Naschmarkt statt – immer von Mai bis Ende Oktober. Dann verwandelt sich der ganze Platz in eine Bühne für die Vielfalt an regionalen Lebensmitteln: von der Wagramforelle über heimische Weine bis zur „Kirchberger“ Kaki. Alles da! 

Neben dem Wein ist die Kaki das Leitobst in Kirchberg. Warum ist diese Frucht so toll?

Weil sie im Herbst in der ganzen Ortschaft orange Akzente setzt. Gemeinsam mit dem Wein wird sie in den nächsten Jahren ein kulinarisches Wahrzeichen Kirchbergs werden. Zudem kommt sie mit den zunehmend heißeren Sommern und der Trockenheit gut zurecht und liefert große Erträge. Was die wenigsten wissen ist, dass die Kaki eine gute Lagerfrucht ist. Unter den passenden Bedingungen ist sie bis März lagerfähig. In ganz Kirchberg haben wir verschiedene Kaki-Sorten gepflanzt – im Alchemistenpark, vor der Wagramhalle, am Markplatz …

Und eine Empfehlung für ein Lokal, das die Obstvielfalt lebt?

Das Gut Oberstockstall – eine exklusive, wunderschöne Anlage aus Restaurant, Weingut und Landwirtschaft. 

©© Siegfried Tatschl

Fixtermine für Gartenfreundinnen und Gartenfreunde

Frühlingserwachen im Alchemistenpark – 1. Samstag im März. Da pflegen Profis und Freiwillige gemeinsam die Obstflächen. Auch eine gute Gelegenheit, um den Expertinnen und Experten Fragen zum eigenen Obstgarten zu stellen.

Fest der Obstvielfalt – 3. Samstag im September. Perfekt, um viele Obstsorten zu probieren.

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