Hoch über Dürnstein
Fast schon mediterran muten Stimmung und Vegetation hier am Kuhberg an. Er bildet eines jener typischen Trockenbiotope, wie sie in der Wachau bis vor einigen Jahrzehnten als extensive Weideflächen genutzt wurden. Heute ist es ein Paradies für lila leuchtende Kuhschellen im zeitigen Frühjahr. Und für rund 100 Brillenschafe im Sommer, deren hungrige Mäuler der Verbuschung vorbeugen.
Oberhalb thront malerisch die Ruine Dürnstein auf ihrem Felssporn. Ihre Bekanntheit hat die Anlage wohl auch Richard Löwenherz zu verdanken: Der wurde hier 1129 auf der Heimreise vom 3. Kreuzzug gefangen gehalten. Die Engländer mussten gewaltig Lösegeld zahlen, ehe Richard wieder freigelassen wurde.
Tausendfach von Maler:innen festgehalten ist auch die Ansicht des Dürnsteiner Turms am Donauufer. Er ist Teil des 1410 gegründeten Chorherrenstifts. 300 Jahre später wurde es aufwändig barock umgebaut – nur um bald darauf durch Kaiser Josef II. aufgehoben zu werden. Es ist den heutigen Eigentümern – den Augustiner Chorherren – zu verdanken, dass dieses Wachauer Juwel sich wieder in so glänzender Verfassung präsentiert!
Hätten Sie das gedacht?
Der „blaue Turm von Dürnstein“ ist erst wieder seit 1986 blau. Im Zuge der Renovierung hat man damals die historische Farbe wiederhergestellt. Wo überhaupt das Wissen dazu kam? Im Nachlass des Propst Hieronymus fanden sich zahlreiche Rechnungen über smalte-blaue Farbstoffe …