„Heast as net …“: Die Stimmen der Jahrtausende
Tief unten die Donau zwischen Aggsbach Markt hüben und Aggsbach Dorf drüben, hoch oben in den Buchen der Wind und die Vögel: An Plätzen wie dem Aussichtspunkt Eichberg möchte man nicht nur eine Pause verbringen, sondern sich für Stunden auf eine der Liegen legen.
Noch viel länger gelegen ist nur wenige Kilometer nördlich von hier eine gewisse Venus von Willendorf: Rund 30.000 Jahre hat es gedauert, ehe man sie 1908 bei den Bauarbeiten zur Wachaubahn entdeckt hat. Die altsteinzeitliche Figurine ist bis heute der spektakulärste und bekannteste archäologische Fund auf österreichischem Boden. Willendorf gilt der grabenden Fachwelt als Mekka: Rund 20.000 Jahre haben über die verschiedenen Schichtungen ihre zivilisatorischen Spuren hinterlassen. So konnte etwa anhand der Willendorfer Funde erstmals belegt werden, dass Gruppen von Neandertalern und Homo Sapiens in Europa längere Zeit nebeneinander existierten.
Hätten Sie das gedacht?
Auch die bodenständig wirkende Venus von Willendorf hat ihre weltläufige Seite: Gefertigt ist sie nämlich aus oolithischem Kalkstein, der vermutlich aus der Region um den Gardasee stammt.