Ruinen und Figurinen
Hier am gleichförmigen Strom der Donau ist Hektik fremd, bemisst sich die Zeit in großen Bögen. Mehr als 30.000 Jahre hat in nächster Nähe die Venus von Willendorf geruht. Hier haben bereits in der Eiszeit Mammutjäger ihre Spuren hinterlassen. Und bereits im Jahr 1441 wurde die hiesige Ortschaft zum Aggsbach „Markt“ erhoben.
Dramatischer inszeniert die Ruine Aggstein ihre historische Aura, auf einem Felssporn hoch über dem gegenüberliegenden Ufer der Donau. Sie zählt zu den markentesten und von zahllosen Sagen umwobenen Ruinen Österreichs. Gegründet bereits im 12. Jahrhundert, ging sie später an die Kuenringer und war bereits 1429 verödet. Dann kam Georg Scheck von Wald: Er baute die Burg wieder auf, befestigte sie ungewöhnlich stark und mit innovativen Baumethoden. Den Ausgaben dafür stand das lukrative Recht entgegen, Maut von den passierenden Schiffen auf der Donau einzuheben. Ihre Wehrhaftigkeit konnte die Burg dennoch nicht schützen gegen die Zerstörung der Türken anfangs des 16. Jahrhunderts.
Hätten Sie das gedacht?
Zu Ehren der berühmtesten Willendorferin hat man hier ein Museum eingerichtet, das „Venusium“: Mit Ausgrabungen und Informationen entführt es die Besucher:innen zu den ersten Frauenfigurinen der Menschheitsgeschichte. Das Original der „Venus von Willendorf“ befindet sich übrigens im Naturhistorischen Museum in Wien.