Beschreibung
Kleiner Ort, große Geschichte
An den Anblick alter Mauern hat man sich in der Wachau gewöhnt. Das bis zu 9 Meter hoch aufragende Gemäuer in Bacharnsdorf, kaum 50 Meter von der Bundesstraße Richtung Donauufer, ist dennoch etwas ganz Besonderes: Wir sehen hier die außergewöhnlich gut erhaltenen Überreste eines jener spätantiken Wachtürme, mit denen die Römer die Donaugrenze („Limes“) bewachten.
12 Meter Seitenlänge im Gußmauerwerk wies der annähernd quadratische Turm auf. Er verrät uns einiges darüber, wie das „Wache Schieben“ am Donau-Limes vor sich ging: Das unterste Geschoss diente als Vorratsraum. Das erste Geschoss mit seinen schmalen Schartenschlitzfenstern als Wohnquartier für die Besatzung. Das zweite Obergeschoss mit Bogenfenstern bildete den eigentlichen Wachraum. Bedeckt war der Turm vermutlich mit einer Zeltplane.
Hätten Sie das gedacht?
Eine erstaunliche Begegnung mit der Antike beschert auch das Kupfertal. Die Wanderung führt über gute erhaltene Teile der Römerstraße in den Dunkelsteinerwald. Fahrrillen, die Fuhrwerke vor 2.000 Jahren in die Pflastersteine gefräst haben, sind deutlich sichtbar. Der Weg führt durch das malerische „Türkentor“, das Kaiser Ferdinand I. im Jahr 1529 während des Kriegs gegen die Osmanen errichten ließ.