Ein echter Familienbetrieb
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Anwesen 1150. 1869 übernahm es der Ur-Urgroßvater des heutigen Besitzers. Bewohnbar gemacht wurde es allerdings erst in den 1970ern. Noch mal rund zwanzig Jahre später übernahm Fritz Salomon. Entgegen dem familiären Rat entschied er sich, auch weiterhin Bioweinbau und Biolandwirtschaft zu betreiben. Letztere macht neunzig Hektar aus, darunter Weizen, Soja und Mais für die Lebensmittelindustrie, aber auch, eine Besonderheit in der Region, Quinoa, der hier Queenoa heißt. Schafe gibt es und schneeweiße Rinder der Rasse Waldviertler Blondvieh. Drei Hektar sind zudem an einen Gemüsebauern verpachtet, der ganzjährig Produkte für das zum Gut gehörende Haubenrestaurant liefert, für Gerichte wie Alpsaibling mit Safran und Queenoa oder Brennnessel mit zweierlei Kohlrabi und Schaffrischkäse. Gastgeber sind Fritz‘ Bruder Matthias und dessen Frau Elke. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass es sich um einen echten Familienbetrieb handelt.
Fritz‘ Ehefrau Birgit, deren grau-braun-melierte Haare zu einem Dutt hochgesteckt sind, kümmert sich um die sieben auffallend geschmackvollen Gästezimmer. Fünf davon befinden sich im auf das 15. Jahrhundert datierte Haupthaus. Spitzbögen, massive Holztüren, barocke Möbel und stuckverzierte Gewölbe können schnell überfordernd wirken, nicht so hier, wo der Spagat zwischen skandinavischem Minimalismus und historischer Gemütlichkeit gelingt. Das Frühstück mit vielen hausgemachten Produkten wird im ebenerdig gelegenen Tonnengewölbe serviert. Hausgäste dürfen sich frei auf dem drei Hektar großen Gelände bewegen. Dazu gehört ein betörend blühender Garten, wo Holzliegen zum Nichtstun einladen und an dessen Kirschbäumen man sich gerne bedienen darf. Nicht zu vergessen der fünfundzwanzig Meter lange, von Wildblumen umwachsene, in den Lehmboden gegrabene Schwimmteich. Wer dort seine Bahnen zieht, hat die Kapelle ebenso im Blick wie das dahinterliegende Wirtschaftsgebäude.