Christian Thiery führt mit seiner Schwester das Schlosshotel Dürnstein. Außerdem ist er Mitbetreiber der Donaufähre Dürnstein-Rossatz und Besitzer einer ganzen Zillenflotte. Für neue Ideen lässt er sich gerne begeistern.
Der Blick von der Restaurant-Terrasse des Schlosshotel Dürnstein auf die Donau ist legendär. Von ganz oben am Felsen, wo es thront, schaut man übers Wasser und zur anderen Uferseite. Für Thiery gibt es aber einen Ausblick, der mindestens genauso spektakulär ist, wenn nicht noch spektakulärer: Den Blick von der Donau ans Ufer, am besten von einer Zille aus – mit der man so nahe am Wasser ist, wie es nur geht, ohne nass zu werden.
Der Blick von der Restaurant-Terrasse des Schlosshotel Dürnstein auf die Donau ist legendär.
Das erzählt uns Christian Thiery: Die Urform der Zille ist die „Ulmer Schachtel“, ein flaches Holzboot mit einer Hütte darauf und zwei langen Ruderstangen. Gebaut, um Waren von Deutschland stromabwärts bis nach Wien zu bringen. Freilich ging es nur in eine Richtung – mit dem Strom. Deshalb wurde das Boot am Ende seiner Reise als Brenn- oder Bauholz verkauft. Die Zillen von Thiery sehen nicht mehr ganz so aus wie ihre Urform. Sie sind kleiner, beweglicher und haben einen Motor, der sie auch stromaufwärts bringt. Es sind aber immer noch flache, aus Holz gebaute Zillen. Ebenfalls wie bei der Urform tragen sie den traditionellen Anstrich in schwarz-weiß – ein unverwechselbares Markenzeichen.
Man könnte genauso gut mit dem Motorboot oder einem Ausflugsschiff auf der Donau fahren, warum lieber mit einer Zille? Für Thiery eine klare Sache:
„Mit keinem anderen Boot ist man so nah am Wasser wie mit einer Zille.“
Man kann jederzeit die Hand ins Wasser tauchen und die Donau nicht nur sehen, sondern auch fühlen. Das kühle weiche Wasser, jede sanfte Welle und auch die Kraft der Strömung. So nah hört man jedes Flüstern der Donau, spürt und riecht jede Brise, sieht die Bewegung des Wassers in allen Nuancen.
Thiery bezeichnet diese Art des Bootfahrens als Gegenpol zu den riesigen Donau-Ausflugsbooten. Massen an Menschen, die scharenweise mit den Schiffen kommen, in Dürnstein, der berühmten Stadt mit dem blauen Turm ausgeladen werden, nach einer Stunde oder zwei wieder einsteigen und weiterfahren. Nichts Echtes aus der Wachau erlebend, vor allem nicht kulinarisch.
Der „Donau-Ride“ ist das genaue Gegenteil vom Ausflugs-Tourismus der großen Schiffe!
… war Thiery deshalb sofort für diese Idee und Initiative von Donau Tourismus begeistert. Eine Idee, die die echte Wachau in den Vordergrund stellt. Mit dem Donau-Ride entstand ein Konzept, diese ganz besondere Art, die Donau zu befahren und Kulinarik miteinander zu verbinden und zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen.
Während der Fahrt mit der Zille gibt es die Vorspeise, Kleinigkeiten im Glas, feine Häppchen, wo immer möglich aus Produkten aus der Region. Ja, auch die Marille kommt vor. Dazu ausgewählte Spitzen-Weine. Während man sie trinkt, fährt man teilweise direkt an den Hängen vorbei, auf denen die Trauben einst gewachsen sind. Dazu weiß der Kapitän jede Menge interessante Geschichten zu erzählen. Diesen unverstellten Blick auf die Weinberge und die Landschaft des schönsten Stückes der Wachau gibt es nur direkt von auf der Donau aus. Nicht einmal am Donauradweg und schon gar nicht von der Straße aus.
„Oft sind es sogar die Einheimischen selbst, die ohnehin hier leben, die diese Tour buchen. Weil sie ihre Gegend so sehen wollen, wie man sie nur vom Wasser aus sehen kann“, betont Thiery.
Die Hauptspeise wird dann an einem Ort serviert, der bis kurz davor eine Überraschung bleibt. Gute Restaurants gibt es rund um Dürnstein viele, es kann jedes davon sein. Vielleicht ist es sogar das Schloss-Restaurant mit der schönen Terrasse, wo man die Qual der Wahl aus verschiedenen Gerichten hat. Beim Essen beobachtet Thiery seit Längerem den Trend hin zum Traditionellen.
„Die Leute besinnen sich wieder auf klassische Geschmäcker. Was nicht heißen soll, dass es auch experimentierfreudigere Speisen bei uns gibt“, betont Thiery.
„Wer einmal den Donau-Ride macht, kommt oft auch ein zweites oder drittes Mal. Das ist die beste Bestätigung, die man bekommen kann!“
Wer jetzt denkt, die Tour wird vorwiegend von älteren Semestern gebucht, der liegt falsch. Der „Donau-Ride“ spricht mindestens genauso die jüngere Zielgruppe an. Der „Donau-Ride“ wird als Firmenevent gebucht, für Geburtstagsfeiern oder im Rahmen von Hochzeiten. Er ist auch ein beliebtes Geschenk. Das gemeinsame Erleben steht dabei im Vordergrund.
Wer sich wirklich die Zillenfahrt entgehen lassen möchte (und das sollte man sich gut überlegen), hat auch die Möglichkeit, die Wachau kulinarisch zu begehen – beim „Wachau-Triple“.
Drei Restaurants, in jedem wird eine Speise serviert, dazwischen spaziert man durch die Welterbe-Landschaft.
Auch hier spielt das Schloss-Restaurant möglicherweise eine Rolle. Und weil Christian Thiery immer offen für Neues ist, oder wie er selbst sagt, bei jedem Blödsinn dabei ist, darf man schon gespannt sein, was als Nächstes kommt.