Alle sollen sich willkommen fühlen
Neben seiner Tätigkeit als Koch und Wirt engagiert Josef sich ehrenamtlich an verschiedenen Stellen, ist Gründungsmitglied der Jeunes Restaurateurs, der Wirtshauskultur und des Kochcampus, in dessen Vorstand er sitzt. Allein schon deswegen, weil er so noch mehr Dinge ins Rollen bringen kann, für all jene, die nicht das Privileg haben, sich so intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen zu können. Im Supermarkt war der Niederösterreicher schon seit Jahren nicht mehr. Nicht, weil die Produkte dort per se schlecht seien, sondern weil deren Produzent:innen nicht gewürdigt würden.
Der Weg vom rückseitig am Haus gelegenen geheimen Garten in den Gastraum führt durch jenes Warenlager, in dem sich Mitte des letzten Jahrhunderts ein Kino befand, vorbei an der Küche, die früher Josefs Schlafzimmer war. Dann stehen wir mittendrin in der Stube. „Die Schank haben wir bewusst in der Mitte des Raums platziert, auch wenn das schlecht ist für die Akustik“, verrät der Wirt. „Lieber mache ich ein bisschen weniger Umsatz und habe stattdessen einen Ort der Begegnung.“ Weil es außer ihm in Langenlebern kein weiteres Gasthaus mehr gibt, sollen sich alle willkommen fühlen, die Jungen und Alten, die Kartenspieler:innen und Stammtischler:innen, Stammgäste und Neulinge. Für die Einheimischen hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen, eine separate Toilette. Auch da ist sozusagen: alles im Fluss.