Auch wenn ein Fluss auf den ersten Blick etwas Trennendes an sich hat – schließlich teilt er zwei Ufer, zwei Seiten, zwei Himmelsrichtungen –, so besitzt er doch immer auch etwas Verbindendes. Die Donau etwa verbindet die nördliche mit der südlichen Wachau, die Menschen an einem Ufer mit jenen am anderen, sie prägt gemeinsames Leben und Zusammenkommen, Herkunft und Identität.
… so wie die Weinreben sie seit 2.000 Jahren zeichnen, so wie die Marille, die von weither kam, den Wachauer:innen große Ehre macht; wie die Steinmauern, die – früher so wie jetzt – von Hand erbaut, das schützen, wovon die Menschen leben, die die Natur bewahren, die sie umgibt und ihnen gibt. So wie die Kunst und Kultur, die hier in der Wachau immer weiterwächstund – wie der Fluss – niemals stillsteht.
Durch ihr stetiges Wachsen und Mäandern erfindet sich die Gegend immer wieder neu. Räume entstehen, Verborgenes tritt hervor. Kaum eine andere Landschaft eignet sich so sehr für eine Vermessung wie die Wachau: auf bekannten wie auf versteckten Pfaden entdecken, erleben und verstehen – den Ort, an dem man ist, genauso wie sich selbst.
Entlang des Stroms hat sie begonnen, die Wachau zu vermessen. Ingeborg Hödl vom Verein Welterbe Wachau und Max Brustbauer, Winzer in fünfter Generation, haben sie auf ihrem Weg begleitet.