Sie ist der zweitlängste Fluss Europas und verbindet zehn verschiedene Länder: die Donau. Lebensraum, Handelsroute, Kraftort, Genussquelle – die Donau ist so vieles! Für Gäste bietet sie rund ums Jahr verschiedenste Erlebnisse. Egal, ob man die Ruhe, den Genuss oder die Action sucht.
Die Donau entspringt im Schwarzwald in Deutschland und mündet im Schwarzen Meer. 349 ihrer 2.857 Flusskilometer fließen durch Österreich – vorbei an historischen Städten, mittelalterlichen Dörfern und einzigartigen Kulturlandschaften wie dem Welterbe Wachau. Der Donaulimes am südlichen Ufer markierte einst die Grenze des Römischen Reichs – ein Erbe, das bis heute erlebbar ist.
Der Nibelungengau ganz im Osten, die Wachau und das Kremstal, das Kamptal und Traisental, der Wagram und Tullner Donauraum, das Marchfeld und die Region Carnuntum: In Niederösterreich verbindet die Donau unterschiedlichste Regionen. Folgt man ihrem Weg, ist eine abwechslungsreiche Zeit vorprogrammiert. Egal, ob man lieber draußen in der Natur ist oder drin im Museum. Ob man gerne Wein verkostet oder andere regionale Produkte. Ob man auf der Donau paddelt oder sie mit der Zille durchkreuzt.
Die Stärke ist die Vielfalt – und die Menschen, die die Gegend formen. Wirte und Haubenköchinnen. Naturpark-Ranger und Künstlerinnen. Winzerinnen und Winzer, die Weine mit Charakter keltern. Zeit in den Regionen an der Donau zu verbringen, bedeutet persönliche Begegnungen zu erleben. Echtes zu sehen und zu schmecken. Einfach im Moment zu sein.
Die Donau ist nicht nur Lebensader, sondern auch Energieversorger. Insgesamt elf Donaukraftwerke gibt es in Österreich – vier davon rein in Niederösterreich: Ybbs-Persenbeug, Melk, Altenwörth und Greifenstein.
Geplant waren ursprünglich noch zwei weitere: in der Wachau und in Hainburg. Doch die Bürgerinnen und Bürger protestierten, um die einzigartigen Flusslandschaften zu erhalten – erfolgreich. Die Kraftwerke wurden nicht gebaut und die letzten unregulierten Donau-Abschnitte blieben erhalten.
Österreichs ältestes Donaukraftwerk stammt aus dem Jahr 1958: Ybbs-Persenbeug liefert bis heute verlässlich saubere Energie: Sieben Turbinen werden durch den Fluss angetrieben. So entstehen 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das Besucherkraftwerk ist eines von Niederösterreichs Top-Ausflugszielen. Unterschiedliche Erlebnisführungen geben Einblicke in den Betrieb – für Kinder und Erwachsene.
Überall sonst ist sie streng reguliert. Nur in zwei Zonen in Niederösterreich kann die Donau frei fließen: im Nationalpark Donau-Auen und in der Wachau. In diesen beiden Aulandschaften ist der Mensch nur Gast. Sie sind das Zuhause von schier unendlich vielen Pflanz- und Tierarten.
Der Nationalpark Donau-Auen ist mit seinen 9.600 Hektar die letzte große Fluss-Auen-Landschaft in Mitteleuropa. Das Zentrum für Besucherinnen und Besucher liegt in Orth an der Donau. Von hier aus können kleinere und größere Runden gezogen werden – zum Beispiel zur Schlossinsel, auf der man die Au kompakt erleben kann.
Kleiner, aber nicht weniger beeindruckend: die Pritzenau bei Rührsdorf in der Wachau. Mitten im Weltkulturerbe liegt sie wie eine Insel mitten in der Donau. Hier spaziert man vorbei an alten Bäumen, weiten Wiesen und Seitenarmen, in denen auch seltene Fischarten wie Nase, Streber oder Donauhuchen leben
Kein anderer Fluss Europas verbindet so viele Länder des Kontinents. Deshalb ist die Donau seit der Antike eine wichtige Handelsroute. Heute ist sie von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer durchgängig schiffbar. In die Geschichte der Donau-Schifffahrt taucht man am besten im Schifffahrtsmuseum in Spitz an der Donau ein. Oder man erlebt sie live – zum Beispiel an Bord einer Zille, einem traditionellen Holzboot, auf dem man heute durch die Wachau touren kann.
Rollfähren verbinden an mehreren Stellen die beiden Donau-Ufer. Sie nützen dabei die Kraft der Strömung, um den Fluss zu queren. Die Überfahrt dauert meist nur wenige Minuten und ist ein besonderes Erlebnis. Empfehlung!
Treideln oder Trippeln. So nannte man einst das mühsame Ziehen der Frachtschiffe in kleinen Schritten flussaufwärts durch Mensch & Tier. Heute radelt man auf den Treppelwegen entlang des Donauradweges gemütlich entlang des Wassers.
Selbst an heißen Sommertagen bietet die Donau verlässlich Abkühlung. Hier kommen die besten Tipps, wo man baden gehen und etwas erleben kann.
Wer Sandstrände liebt, fährt zum Donaustrand Luberegg oder nach Rossatz in die Wachau. Beschaulich geht es am Donausee Weitenegg und am Donaualtarm in Altenwörth zu.
Ein besonderer Tipp ist die Au-Terrasse in Stopfenreuth östlich von Wien – inklusive Naturbadeplatz.
Die Aulandschaften an der Donau bieten sich auch für besondere Entdeckertouren an – zum Beispiel mit dem Stand-up-Paddle oder Kanu. Da paddelt man auf verschlungenen Wasserwegen, vorbei an uralten Bäumen, seltenen Tieren und Pflanzen – zum Beispiel in der Wachau, im Nationalpark Donau-Auen, im Wasserpark Tulln oder in den Auen rund um Tulln.
Die Gartenstadt Tulln bietet noch mehr Abkühlung am Wasser: Direkt an der Donaulände befindet sich eine Picknickwiese mit Tischen und Liegen. Auch hier gibt’s eine Plattform, um in die Donau zu springen. Oder man fährt ins Aubad Tulln mit seinen schattigen Liegewiesen.
Essen, trinken, die Seele baumeln lassen – das funktioniert direkt an der Donau bestens. Egal, ob in der Mole Melk oder Humer’s Uferhaus in Orth an der Donau – entlang des Flusses reihen sich die Genussadressen aneinander. Man muss sich nur treiben lassen. Am Teller landet nicht selten Fisch. Wo, wenn nicht hier? Gebraten, gedämpft, gebacken – klassisch oder mit modernem Twist. Ein Blick in die Speisekarten am Wasser lohnt sich.
Wer möchte, verbindet die Stärkung mit einem Sprung ins kühle Nass. Zum Beispiel am Donaustrand in Rossatz. Hier gibt es mit dem Strandgut ein Lokal quasi am Wasser. Speisen und Getränke kann man sich auch in die Strandkörbe mitnehmen – Blick auf Dürnstein inklusive.
Apropos Aussicht: Die gibt es in vielen Lokalen entlang der Donau. Zum Beispiel im Süddeck in der Gartenstadt Tulln. Da sitzt man unmittelbar am Wasser, hört die Wellen plätschern. Perfekt für einen Sundowner.
Karpfen. Wels. Donaukrebse. Die Donau ist ein vielseitiger Lebensraum – auch für seltene Speisefische wie die Schleie oder der Huchen. Letzterer wird übrigens auch gerne Donaulachs genannt. Gezüchtet wird er zum Beispiel beim „Huchen-Pepi“ in Rossatz. Da kann man den größten Lachsfisch der Welt durchs Wasser beobachten, wie er langsam seine Kreise zieht. Am besten kombiniert man den Besuch mit einer Weinverkostung – Josef Fischer senior ist nämlich auch Winzer. Sein Sohn führt das Weingut und hört übrigens auf denselben Namen.
Auch in den stillgelegten Seitenarmen der Donau, in Bachläufen und Naturteichen der Region wird Fisch gezüchtet. Zum Beispiel in der Fischwerkstatt, zu der auch die älteste Forellenzuchtanlage Österreichs gehört. Frischen und geräucherten Fisch, feine Pasteten und Fischsuppe im Glas kann man in der hofeigenen Greisslerei kaufen oder auf verschiedenen Märkten in der Region.
Musik, Kabarett, Gemeinschaft – all das erlebt man direkt am Wasser noch intensiver. Die Donau wird rund ums Jahr immer wieder zur Kulisse für Veranstaltungen aller Art. Einzigartige Momente sind vorprogrammiert.
Die Sonnenwendfeiern in der Wachau und im Nibelungengau zählen zu den stimmungsvollsten Wochenenden im Jahr. Dann verwandelt sich die gesamte Region in ein Lichtermeer. Ein Erlebnis, auch kulinarisch! Vom Picknick in den Rieden bis zur Weinbar an der Donaulände – viele Vereine, Winzerhöfe und Lokale lassen sich zur Sonnenwende etwas Besonderes einfallen.
Auch Kultur kann man direkt am Wasser erleben: zum Beispiel auf der Donaubühne Tulln, die in den Sommermonaten Kabarett und Konzerte bietet. Manche davon sogar kostenlos. In Melk finden jedes Jahr die Sommerspiele in der Wachauarena statt und im Herbst wartet mit der Starnacht Wachau in Rossatz ein weiteres Highlight unter freiem Himmel.