Die Grundlage für charaktervolle Weine
Die Weine des Wagrams verdanken ihren typischen Ausdruck vor allem der einzigartigen geologischen Geschichte der Region. Vor Millionen von Jahren lag das heutige Tullnerfeld unter einem Urmeer. Als sich dieses im Zuge der Alpenauffaltung vor etwa einer Million Jahren zurückzog, blieb ein besonderer Meeresboden zurück – geprägt von kristallinen Gesteinen, schluffig-tonigen Ablagerungen und kaltzeitlichen Terrassenschottern. Später formte die „Urdonau“ mit ihrem weit verzweigten Flusssystem die Landschaft weiter, brachte Schotter und Sande ein und schnitt sich nach und nach tief ein. Die markante Geländekante, die wir heute als Wagram kennen, entstand.
Aus den eiszeitlichen Steppen wehte im Laufe der Zeit feiner Löss heran. Dieser lagerte sich ab und bildete eine bis zu 40 Meter mächtige Schicht – das charakteristische Fundament des Weinbaugebiets. Löss, ein kalkreicher Gesteinsstaub, schuf einen lehmig-sandigen Boden, der dank seiner guten Speicherfähigkeit und ausgewogenen mineralischen Zusammensetzung ideale Bedingungen für gehaltvolle, aromatische und extraktreiche Weine bietet.
Im nördlichen, höher gelegenen und hügeligen Teil des Wagrams wachsen die Reben auf sandig-schottrigen Böden der Hollabrunn–Mistelbach-Formation. Diese Bodenschichten markieren einen alten Donauverlauf, der rund 10 Millionen Jahre zurückliegt – oftmals bedeckt von einer fruchtbaren Lehmschicht, die den Weinen zusätzliche Struktur verleiht.