Gestaltungsprozesse zwischen Absicht und Unvorhersehbarkeit
Die Arbeit versteht sich als eine formale und konstruktive Untersuchung des Materials Vulkanfiber und seiner spezifischen Eigenschaften. Im nassen Zustand ist das Material äußerst flexibel und verformbar; während des Trocknungsprozesses härtet es aus, schwindet stark und verformt sich, entwickelt dabei jedoch eine bemerkenswerte Festigkeit. Vulkanfiber wurde bereits vor über 150 Jahren erfunden und wird seither überwiegend im industriellen Kontext eingesetzt. In gestalterischen, architektonischen, künstlerischen oder handwerklichen Zusammenhängen ist das Material heute jedoch nahezu unbekannt.
Der gestalterische Ansatz basiert auf einem sensiblen Gleichgewicht zwischen dem gezielten Führen des Materials und dem bewussten Zulassen seiner Verformung. Ziel ist es nicht, die technischen Eigenschaften der Vulkanfiber zur Herstellung präziser, makelloser Produkte zu nutzen, sondern eine materialorientierte Ästhetik zu entwickeln: eine Gestaltungssprache, die unmittelbar aus dem Verhalten des Materials selbst hervorgeht.
Im Zentrum dieses Prozesses steht die Entwicklung von Vorrichtungen und Schablonen, die das Material lenken, ohne es vollständig zu kontrollieren. So entsteht ein Dialog zwischen Intention und dem Eigenwillen des Materials.
Die Arbeit entstand in Kooperation mit der Universität Innsbruck, Institut für experimentelle Architektur, Hochbau, studio Karolin Schmidbaur, und wird im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt Halfforms - Material Agency in Spatial Formations des Programms zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF durchgeführt.
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