Amadeus‘ Rahmensprengende Serenade
Wien in den 1780er Jahren: Die Stadt pulsiert 24/7 von Musik, Konzerten, Messen, Opern, Bällen, Freiluft-Vergnügungen. Mozart ist mittendrin. Wer es sich leisten kann, engagiert sich zur abendlichen Festivität eine Live-Band, eine sogenannte „Harmoniemusik“. Diese besteht aus einer wechselnden Besetzung von Blasinstrumenten. Kaiser Joseph II. unterhält eine eigene Harmoniemusik am Hof. Der Adel tut es ihm gleich, und so geht es die sozialen Schichten hinunter bis zu den arbeitslosen Straßenmusikanten, die sich zusammentun und als Harmoniemusik der Laufkundschaft antragen. Und Mozart? Der sprengt gleich einmal den Rahmen des Genres. Die Serenade KV 361 dauert fast eine Stunde und bietet in sieben Sätzen nicht nur kompositorisches Handwerk allererster Güte, sondern auch eine emo tionale Hochschaubahn sondergleichen, zum Weinen schön und zum Umfallen lustig und alles dazwischen. Kein Wunder, dass Peter Shaffer in seinem Theaterstück „Amadeus“ ausgerechnet aus diesem Werk eine Passage auswählt, die den Konkurrenten Antonio Salieri staunend an „die Stimme Gottes“ denken lässt. Mozart komponiert für 13 Instrumente, darunter erstmals die damals ganz neuen Bassetthörner. Er wird sie immer wieder verwenden, auch in seinem Requiem.
Minoritenplatz 4
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