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Die Stadt Tulln – das antike Comagena

  • Die Mauern des östlichen Haupttors des römischen Kastells sind zu besichtig
  • Römische Miniaturamphore aus Bronze in der Ausgrabung Tulln-Wilhelmstraße
  • Keramikpferdchen aus einem römischen Brandgrab in der Schießstattgasse
  • Ein "Hufeisenturm" des römischen Kastells ist fast vollständig erhalten
  • "Anubishund" aus hellgrauem Ton aus dem Gräberfeld in der Schießstattgasse
  • Das römische Tulln kann auch im Stadtmuseum erkundet werden

3430 Tulln an der Donau

Die Stadt Tulln – das antike Comagena

  • Die Mauern des östlichen Haupttors des römischen Kastells sind zu besichtig
  • Römische Miniaturamphore aus Bronze in der Ausgrabung Tulln-Wilhelmstraße
  • Keramikpferdchen aus einem römischen Brandgrab in der Schießstattgasse
  • Ein "Hufeisenturm" des römischen Kastells ist fast vollständig erhalten
  • "Anubishund" aus hellgrauem Ton aus dem Gräberfeld in der Schießstattgasse
  • Das römische Tulln kann auch im Stadtmuseum erkundet werden

Auf dem Gebiet des heutigen Tullns befand sich einst als Teil des Donaulimes ein römisches Reiterkastell mit dem Namen Comagena.

 

Tulln ist seit Jahrzehnten ein „Hotspot“ stadtarchäologischer Forschungen in Niederösterreich. Grund dafür ist das römische Kastell für die 500 Mann starke Reitertruppe der „Ala I Commagenorum“, das vom 1. bis 5. Jh. n. Chr. den hier verlaufenden Donaulimes schützte. Zunächst galt der archäologische Schwerpunkt der Lokalisierung dieses Kastells, das sich westlich der Eisenbahntrasse befand und vom Verlauf der Wienerstraße im Süden und der Nibelungengasse im Westen begrenzt wurde. Im 4. Jh. wurde Comagena mit eckständigen Fächertürmen und Hufeisentürmen, darunter dem bis heute gut erhaltenen Salzturm, ausgebaut.

 

Die römische Zivilstadt

Westlich des Kastells befand sich die Zivilstadt mit angrenzendem Friedhofsareal, dort fanden in den Jahren 2005 bis 2008 großflächige Rettungsgrabungen statt. Es konnten rund 600 römische Gräber, darunter viele Brandbestattungen des 1. bis 3. Jhs., sowie Körperbestattungen, die ab dem 4. Jh. üblich waren, geborgen werden. Spuren der Zivil- und Handwerkersiedlung fanden sich bei Ausgrabungen beim Minoritenkloster, im Bereich Albrechtsgasse/Donaugasse, am Hauptplatz und auf dem Areal des Einkaufszentrums „Rosenarcade“. Dabei konnte eine dichte Verbauung mit Zeilenhäusern und zahlreichen Erdkellern und Brunnen dokumentiert werden.

 

Der frühmittelalterliche Neubeginn

Die aktuellen archäologischen Ergebnisse legen nahe, dass das Kastell und wohl auch die Lagerdörfer im Laufe des 5. Jhs. n. Chr. aufgegeben wurden. Ob die frühmittelalterliche Siedlung des 9. Jhs. tatsächlich einen Neubeginn darstellt oder Tulln doch durchgehend bewohnt war, wird derzeit im Rahmen von Forschungen zu Kontinuität und Wandel im Donauraum zwischen Spätantike und dem frühen Mittelalter untersucht.

 

Tipp: Das Römermuseum im Stadtmuseum Tulln widmet sich der Geschichte sowie Ausstellung und Präsentation von Funden aus dem Kastell und der Zivilsiedlung von Comagena.