Wir bitten um Geduld

Burgus von St. Johann im Mauerthale

  • Kirche von St. Johann im Mauerthale
  • Münze des Kaisers Gratian aus der Zeit zwischen 367 und 375 n. Chr.
  • Römischer Burgus südlich der Kirche, St. Johann
  • Archäologische Ausgrabung - links die mächtige Grundmauer des römischen Burgus

3621 St. Johann im Mauerthale

Kirche St. Johann im Mauerthale

  • Kirche von St. Johann im Mauerthale
  • Münze des Kaisers Gratian aus der Zeit zwischen 367 und 375 n. Chr.
  • Römischer Burgus südlich der Kirche, St. Johann
  • Archäologische Ausgrabung - links die mächtige Grundmauer des römischen Burgus

In der Kirche von St. Johann im Mauerthale wurden die Reste eines römischen Wachturmes, eines sogenannten burgus, nachgewiesen.

 

Ab der Mitte des 4. Jhs. n. Chr. befindet sich das Imperium Romanum wieder in der Krise. Es wird von Bürgerkriegen und eindringenden Völkerschaften – im Osten von den Jazygen und im Norden von den Quaden – erschüttert. Der letzte große Schritt des Ausbaues des Donaulimes findet unter Kaiser Valentinian (364 bis 375 n. Chr.) statt. Es werden nicht nur in den Ecken der ehemals großen Militärlager Klein- bzw. Restkastelle eingerichtet, sondern auch als „burgi“ bezeichnete Stützpunkte ausgebaut oder neu errichtet.

 

Ein „burgus“ an der Donau

Ein solcher römischer „burgus“ wurde mittels archäologischer Untersuchungen und vertiefender bauhistorischer Analysen auch in St. Johann im Mauerthale nachgewiesen. Der Wachturm stand südlich der heutigen Kirche und sicherte das Ende einer Landzunge am südlichen Donauufer. Er wies einen annähernd quadratischen Grundriss mit einer Länge von etwa 12,40 m auf, die Mauerstärke im Erdgeschoss betrug 1,60 m. Bei einer Höhe von über 8 m waren zumindest ein Erd- und ein Obergeschoss vorhanden. Das Erdgeschoss war aufgrund der kleinen Schlitzfenster eher dunkel, dafür aber gut geschützt. Für das Obergeschoss konnten an der Nordseite zwei Rundbogenfenster nachgewiesen werden. Fast idente Abmessungen weisen in ihrer spätantiken Ausbauphase die „burgi“ von Bacharnsdorf und Rossatzbach (am Ausgang des Windstallgrabens) auf.

 

Grundsubstanz der Kirche

In der heutigen Kirche von St. Johann haben sich große Teile der römischen Bausubstanz erhalten, so stammen die gesamte Südmauer des in der Romanik (11. Jh.) errichteten Langhauses sowie die Nord- und Ostmauer des gotischen Turmes (14. Jh.) aus der Spätantike. Das Anbauen der Kirche im Hochmittelalter an die Nordfassade des „burgus“ würde auch die ungewöhnliche Ausrichtung des Kirchenschiffs nach Norden – und nicht wie gewöhnlich nach Osten – erklären.