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Mautern – das antike Favianis

  • Westmauer des Kastells mit Hufeisenturm, Mautern
  • Freigelegter römischer Kanal archäologische Ausgrabung in Mautern
  • Römischer Gürtelbeschlag mit Emaileinlagen Römermuseum Mautern
  • Gesichtsgefäß aus Keramik aus der römischen Zivilsiedlung, Mautern

3512 Mautern an der Donau

Mautern – das antike Favianis

  • Westmauer des Kastells mit Hufeisenturm, Mautern
  • Freigelegter römischer Kanal archäologische Ausgrabung in Mautern
  • Römischer Gürtelbeschlag mit Emaileinlagen Römermuseum Mautern
  • Gesichtsgefäß aus Keramik aus der römischen Zivilsiedlung, Mautern

Mautern besitzt eine bedeutende römische Vergangenheit, die mit einem der ältesten Kastelle am Donaulimes begann.

 

Mautern an der Donau war ein wichtiger römischer Stützpunkt am norischen Limes im heutigen Niederösterreich. Forschungen ab 1892 vergrößerten schrittweise den Kenntnisstand über das Militärlager und die umliegende Zivilsiedlung von Favianis, wie Mautern zur Römerzeit hieß, bedeutend.

 

Das römische Kastell

Die ältesten Funde aus dem heutigen Stadtgebiet von Mautern stammen aus dem Übergang von der Früh- zur Mittelbronzezeit um 1700 bis 1500 v. Chr. Die damalige Besiedlung bestand wahrscheinlich aus kleinen Gehöftgruppen. Diese Siedlungsspuren wurden durch die ab dem 1. Jh. n. Chr. einsetzende römische Bautätigkeit völlig überlagert. Damals entstand ein Kastell für römische Hilfstruppen – von Ziegelstempeln sind germanische Bataver und berittene britische Bogenschützen bekannt. Zunächst war das Lager mit Graben und Erdwall befestigt, diese wurden im 2. Jh. durch Steinmauern ersetzt. Im 4. Jh. erfolgte ein massiver Ausbau, bei dem die teilweise heute noch sichtbaren Fächer- und Hufeisentürme errichtet wurden. Als neuer Garnisonsort der „norischen Legion“ wurde das Lager außerdem nach Norden vergrößert. Die zuletzt etwa 4,8 ha große Innenfläche war mit langrechteckigen Mannschaftsbaracken verbaut. Sie waren durch Quermauern in zwei Fluchten jeweils miteinander verbundener Räume geteilt, bei denen es sich um Stuben für je sechs bis sieben Mann handelte, neben denen die Ställe für ihre Tragtiere lagen.

 

Die Zivilsiedlung

Die Zivilsiedlung außerhalb des Lagers war auf schmalen Parzellen dicht verbaut. Neben Wohnhäusern gab es Werkstätten, nachgewiesen sind z. B. Eisen- und Buntmetallschmiede, Gerber und Weber sowie Läden, etwa Fleischhauer und Bäcker.

 

Der Heilige Severin

Geschichtlich ist Favianis/Mautern als einer der Wirkungsorte des Heiligen Severin bekannt. Das von ihm gegründete Kloster befand sich möglicherweise im Bereich des Nikolaihofs, in dessen Bausubstanz ein spätantikes Gebäude, möglicherweise ein Kleinkastell, stecken dürfte.

 

Tipp: Die Kastellmauer mit dem Turm ist heute noch gut zu sehen.