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Wachauer Nase
Besonderes & Originelles in der Region Wachau-Nibelungengau-Kremstal

  • Wachauer Nase Rückenansicht
  • Wachauer Nase Vorderansicht
  • Kirche in St. Lorenz
  • Wachauer Nase Zeichnung

Die Nase findet man mitten in der Wachau bei der Anlegestation der Rollfähre in St. Lorenz.

Es sieht so aus als wäre ein Riese liegend vergraben und nur seine Nase ragt aus der Erde. Die Nasenlöcher sind so groß, dass Menschen sie aufrecht betreten können.

Die Nase ist ganz schön groß, stolz und atmet Schlamm. Sie ruht flach und atmet flach am Uferrand, denn die Person darunter ist bis auf die Nase eingegraben. Manchmal, bei Hochwasser, steht ihr das Wasser bis zur Nase, und manchmal füllen sich die Nasenhöhlen sogar. Wie ein Brückenpfeiler steht ihr First dann im Strom.

Die Nase ist eine schöne Nase, und sie riecht auch ganz schön.

Im Sommer, wenn es heiß ist und sie noch nicht ganz ausgetrocknet, riecht ihr Atem nach Sumpfwasser. Kleine Fliegen surren durch die Nasenlöcher hinein und hinaus. Wenn die Nase die reifenden Weintrauben an den umliegenden Hängen riecht, würde sie sich am liebsten über das Tal beugen, um den feinen Geruch völlig auszuschöpfen.

Im Winter ist sie ziemlich geruchlos. Nach einem Volksfest kann sie auch manchmal ein wenig nach Wein, Erbrochenem und Urin riechen. Gottseidank wäscht sie der baldige Regen wieder rein. Nach einigen Jahren wachsen kleine geduckte Büsche und Gräser in den Nasenlöchern, die wie Nasenhaare aus den Löchern lugen.

Auch verfärbt sich die Wetterseite der Nase grünlich, und aus den Poren sprießen Büschel von Gras. Wenn man schwindelfrei ist, kann man den First hinaufklettern und wie ein großer Käfer auf ihrer Spitze sitzen und den Blick über die Donau gleiten lassen.

Sie lässt sich gern anschauen und fotografieren und mag es, wenn man sich an sie lehnt oder in ihrem Schatten ein Picknick genießt. Sie ist glücklich an ihrem Platz. Dort atmet sie die Donau, die Marillen und den Wein.

Sie ist ein echtes Wahrzeichen der Wachau.

Gelatin besteht aus vier Künstlern. Sie trafen sich 1978 als Kinder in einem Sommercamp. Seit damals spielen und arbeiten sie zusammen. Etwa im Jahr 1993 bildeten sie eine professionelle Künstlergruppe, ihre Arbeiten werden seitdem in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt (u.a. Moskau Biennale, Biennale in Gwangju, Centre Pompidou, TBA21, Kunsthaus Bregenz, 21er Haus). 2001 bespielten sie den österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig. Informationen: www.gelitin.net

 

 

www.gelitin.net

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