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Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Mariä

3424 Wolfpassing

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Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Mariä
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Die Pfarrkirche "Unbefleckte Empfängnis Mariä" steht auf historischem Boden. An ihrer Stelle befand sich das Kommandogebäude (principia) des römischen Kastells mit dem "Fahnenheiligtum", dessen Reste unter der Kirche erhalten sind. In spätrömischer Zeit diente das Fahnenheiligtum wahrscheinlich bereits als christlicher Kultraum. 304 n. Chr. erlitt der Hl. Florian in Lauriacum (Lorch a.d. Enns) den Märtyrertod. Eine alte Tradition der Florianiverehrung in Zeiselmauer geht davon aus, hier wäre der Geburtsort dieses ersten christlichen Märtyrers und Heiligen auf österreichischem Boden gewesen.

Nach der Neubesiedlung des Orts durch die Bayern wurde eine an den Resten des römischen Fahnenheiligtums orientierte karolingische Saalkirche wahrscheinlich bereits vor 900 errichtet. Sie zählt zu den ältesten Kirchenbauten Niederösterreichs, ihre Außenmauern und der rechteckige Chor sind in der Unterkirche erhalten.

Zeiselmauer war bis 1400 eine Filialkirche von St. Andrä, bis 1568 eine eigene Pfarre und danach wieder Filiale. Erst 1784 wurde es endgültig zur selbständigen Pfarre.
Neben dem Turm ist der hochgotische Chor (2. V. 14. Jhdt.) der älteste Bauteil, mit beachtenswerten Wandmalereien vom Anfang des 15. Jahrhunderts (Nordseite Gottvater mit Aposteln und Maria, Südseite Erzengel Michael mit Seelenwaage, Ausführung in Rötelstrich). 1492 stiftete Kaiser Friedrich III. einen namhaften Betrag für den spätgotischen Neubau des Langhauses. Es wurde im Türkenkrieg 1683 beschädigt und erhielt 1684/86 eine barocke Tonnenwölbung. Mit dem gleichzeitigen Anbau von Seitenkapelle und Sakristei entstand das heutige Aussehen der Pfarrkirche.

Der hochbarocke Hauptaltar (1740) wurde 1810 aus dem aufgelösten kaiserlichen Frauenstift Tulln hierher übertragen. Er zeigt eine Mondsichelmadonna (1697) als Kirchenpatronin, sowie Statuen des Hl. Altmann und der Hl. Anna. Die barocke Schnitzgruppe "Kreuzigung und Arme Seelen" in der Seitenkapelle (Mitte d. 18. Jhdt.) stammt aus der Kapelle des Weinwartshofs in Muckendorf. Ein Ölgemälde mit dem seltenen Motiv "Gottvaterpietà" (2. Hälfte 18. Jhdt.) befindet sich über dem Durchgang zur Seitenkapelle. Aus dem Jahr der Pfarrerhebung (1784) stammt das Taufbecken. Ausdruck der barocken Florianiverehrung in Zeiselmauer sind das Altarbild des rechten Seitenaltars (M. Grassinger, 1796) mit einer Apotheose des Hl. Florian und die Schnitzfigur als Schutzpatron vor Feuer auf dem Schalldeckel der Kanzel.